Rt Spirrlifix (2)

Schlaraffia® Hammonia (36) - 120 Jahre Hamburger Vereinsgeschichte
Vortrag vor dem Rotary-Club Hamburg am 13. Juni 2001
(Rt Spirrlifix war damals noch Hammonia-Sasse)

Meine sehr verehrten Damen und Herren,
Anfänge liegen oft in einem mystischen Dunkel. So ist auch die Gründung der Schlaraffia von einem Mythos umgeben, dessen Wurzeln, wenn man so will, bis in die Märchenwelt von Grimms Märchen reichen, denn vermutlich hat die Geschichte vom Schlaraffenlande zum Namen unseres Bundes Pate gestanden. . Es gibt aber auch die Theorie, der Name "Schlaraffia" könne sich direkt von dem spät-mittelhochdeutschen Begriff : slur-affe herleiten, der ähnlich wie Maulaffe eigentlich ein Ausdruck für Müßiggänger, Genießer, aber auch Tagediebe und Herumtreiber war.
Bis es zur Gründung der Schlaraffia kam, gab es schon lange und in großer Zahl ähnliche Bünde oder Gesellschaften. Genannt sei die "Wetzlarer Rittertafel", der zeitweise immerhin Goethe angehört hat. In seinem "Wilhelm Meister" berichtet er aus darüber:
An einer großen Wirtstafel traf ich beinahe sämtliche Gesandtschafts-abgeordnete, junge muntere Leute, beisammen; sie nahmen mich freundlich auf, und es blieb mir schon den ersten Tag kein Geheimnis, daß sie ihr mittägiges Beisammensein durch eine romantische Fiktion erheitert hatten. Sie stellten nämlich, mit Geist und Munterkeit, eine Rittertafel vor. Obenan saß der Heermeister, zur Seite desselben der Kanzler, sodann die wichtigsten Staatsbeamten; nun folgten die Ritter nach ihrer Anciennität; Fremde hingegen, die zusprachen, mußten mit den unteren Plätzen fürlieb nehmen, und für sie war das Gespräch meist unverständlich, weil sich in der Gesellschaft die Sprache außer den Ritterausdrücken noch mit manchen Anspielungen bereichert hatte. Einem jedem war ein Rittername zugelegt, mit einem Beiworte. Mich nannten sie: "Götz von Berlichingen, den Redlichen"...
Diese Schilderung Goethes enthält bereits etliche Elemente, die später in der Schlaraffia wieder auftauchen. So handelte es sich bei dem Treiben dieser Tafelrunde, wie Goethe es ausdrückt, um eine romantische Fiktion. Man tat, "als ob...", als ob man im Mittelalter lebte, als ob man Ritter wäre usw. Im Umgang miteinander hielt man eine gewisse höfische Rangordnung und zeremonielle Spielregeln ein, erging sich in Anspielungen, legte sich Ritternamen zu und suchte sich - halb Scherz, halb Ernst – in Habitus und Sprache von der alltäglichen Umgebung abzuheben.
Zur Gründung der Schlaraffia kam es 1859 zu Prag. Das Biedermeier mit seiner Butzenscheibenromantik und der Postkutschenseligkeit eines Joseph von Eichendorff war so gut wie abgeklungen. Die Zeit des Historismus brach an. In vielfältiger Weise ließ man z. B. im Baustil und in der Kunst überhaupt mittelalterliche Motive wieder aufleben,. Denken Sie nur an Richard Wagners "Mei
tersinger". Aus Sehnsucht nach einem romantisierten Mittelalter bildeten sich auch allerhand "Ritterbünde".
Ein Mittelpunkt des künstlerischen Lebens in Prag war seinerzeit zweifellos das traditionsreiche Landestheater (Deutsches Nationaltheater), das unter der Leitung seines damaligen Direktors Franz Thomé und seines Ensembles wesentlich dazu beitrug, Prag den von altersher begründeten Ruf einer Kunststadt ersten Ranges zu erhalten. Aber auch außerhalb der Bühne gab es in Prag zu jener Zeit reges künstlerisches und geistiges Leben, dessen Sammelpunkt ein Verein von Künstlern und Kunstfreunden war, der sich "Arcadia" nannte. Diesem Vereine gehörten etliche Mitglieder des Landestheaters einschließlich seines Direktors an.
Leider, so heißt es in einer unserer Chroniken, war indessen auch das Protzentum in der "Arcadia" zahlreich vertreten, und als Direktor Thomé eines Tages eines seiner Mitglieder, einen Opernsänger, zur Aufnahme empfahl, der stadtbekanntermaßen mit irdischen Gütern nicht eben überreichlich (dafür aber wohl umso mehr mit pikanten Affären in der Prager Damenwelt) gesegnet war, da kam es zwischen Thomé und dem Vorstand der "Arcadia" zu Erörterungen, in deren Verlauf das Wort: "Prolet" fiel. Entrüstet ob solcher Beleidigung eines seiner Mitglieder meldete Thomé seinen Austritt aus der "Arcadia" an. Sämtliche Mitglieder seines Ensembles, die der "Arcadia" noch angehörten, traten ebenfalls aus.
Man schloß sich zunächst einer Art Stammtisch von Künstlern und Kunstfreunden an, der weder Namen noch Statuten besaß. Nach anfänglicher "Consternation" wegen der vorausgegangenen Rangeleien mit der "Arcadia", gewannen jedoch "Frohsinn und Humor wieder die Oberhand", so wird berichtet, "und unter Jubel wurde beschlossen, die namenlose Tafelrunde, der "Arcadia" zum Trotz: ‚Proletarier-Club‘ zu benennen".
Der "Proletarier-Club entstand also spontan aus Protest gegen das gesellschaftliche Establishment der "Arcadia". Franz Thomé, der sich an dem wohl recht bunten Treiben des "Proletarier-Clubs" nicht beteiligt hatte, wollte der "Arcadia" etwas Besonderes gegenüberstellen. So kam es zu einem Aufruf an die Künstlerschaft, mit dem Erfolg, daß am 10. 10. 1859 schließlich ein Verein gegründet wurde, dem man nun den Namen "Schlaraffia" gab.
Der Zufall wollte es, daß gleich über der Innentür des zum Vereinslokal gewählten Gasthauses ein großer ausgestopfter Uhu angebracht war. Er wurde zum geliebten und durch einen etwas kauzigen "Kult" verehrten Sinnbild des Schlaraffentums auserkoren.
Beim Rückblick auf die Geschichte der Schlaraffia läßt sich einfach nicht übersehen, daß wahrscheinlich aus dem anfänglichen Protest gegen den profanen Geist in der "Arcadia", ein gehöriger Schuß Parodie in das Schlaraffenwesen einfloß, womit das etablierte Vereinswesen von den Schlaraffen ironisiert, wenn nicht gar persifliert werden sollte. Vorherrschend aber blieb die Pflege der Ideale: "Kunst, Freundschaft und Humor". Ganz in diesem Geiste heißt es in unseren Stauten an erster Stelle in § 1 des Schlaraffenspiegels): "Schlaraffia ist die innige Gemeinschaft von Männern, die in gleichgesinntem Streben die Pflege der Kunst und des Humors unter gewissenhafter Beachtung eines gebotenen Ceremoniales bezweckt und deren Hauptgrundsatz die Hochhaltung der Freundschaft ist". Hier kommen nicht nur Ziel und Zweck der Schlaraffia zum Ausdruck, sondern auch der Umstand, daß es sich bei der Schlaraffia um einen reinen Männerbund handelt. Die Damenwelt ist zwar hoch geschätzt, am eigentlichen Spiele jedoch nur mittelbar beteiligt.
Im übrigen ist (gem. § 40 des Schlaraffenspiegels) alles, was gegen den Geist und die Grundsätze des Schlaraffentums verstößt, insbesondere Politisieren, Lesen profaner Zeitschriften, Kartenspiel und andere Spiele in der Burg (so heißen unsere Vereinslokale) während der Sippung (so heißen unsere Zusammenkünfte) verboten. In Vorträgen, Protokollen und Ansprachen ist alles zu vermeiden, was geeignet ist, die religiösen, politischen und sittlichen Gefühle eines Schlaraffen zu verletzen. Die Stimmung der Sippung darf durch Erörterung geschäftlicher und beruflicher Angelegenheiten nicht entweiht werden".
Wie auch immer hat sich das Schlaraffentum in der Folgezeit von Prag aus hauptsächlich mit dem "fahrenden Volke" der Theaterleute im deutschsprachigen Raume einschließlich des deutschsprachigen, später auch des weiteren Auslandes ausgebreitet, zunächst nach Berlin, nach Leipzig, nach Graz und schließlich auch nach Hamburg.
Obwohl den Hanseaten zumal Ende des 19. Jahrhunderts wohl nur schwerlich eine böhmisch-schwejk’sche Mentalität oder romantische Verstiegenheit nachzusagen sein dürfte, fanden sich dennoch anno 1874 in Hamburg erstmalig Männer, die dem Uhu ein Reich gründeten. Auch hier waren die treibenden Kräfte Bühnenkünstler, die aber bald nach einem Engagementwechsel gen Hannover aus der Hamburger Szene wichen. Das schwächte die junge schlaraffische Niederlassung offenbar derart, daß Hammonia vorübergehend bis zum Jahre 1881 als "verschollen" galt, was zur Folge hatte, daß dem Reych bei seiner Neugründung 1881 die "Reychsnummer" 36 zuteil wurde. Ursprünglich zählt die Hammonia jedoch zu den ältesten Reychen in Schlaraffia. Wir könnten in diesem Jahre also eigentlich unseren 127., mit allem Fug und Recht aber unseren 120. Geburtstag feiern. Dieses stolze Alter steht nicht nur für eine ehrwürdige schlaraffische Tradition, es bedeutet auch 120 Jahre Hamburgische Vereinsgeschichte. Sie hier im Einzelnen zu erörtern, reicht meine Redezeit nicht aus. Deswegen kann ich aus dieser Vereinsgeschichte nur ein paar markante Daten herausgreifen.
Das Reych entwickelte sich nach seiner Neugründung für schlaraffische Verhältnisse gewaltig und wuchs im Lauf der Jahre bis zu einer Mitgliederzahl von über 160 "Sassen" (so heißen unsere Mitglieder in der Schlaraffensprache) auf. Darunter fand sich mancher namhafte Künstler ein. Erwähnt seien hier der Schriftsteller und Dichter Otto Ernst (Ritter Asmus), der Architekt Fritz Höger (Rt. Klinkerfürst) und aus jüngerer Zeit der Schauspieler Richard Münch (Rt. Toi-Toi). Unter der Mitwirkung solcher Persönlichkeiten konnte Hammonia ein glanzvolles, eng mit dem Hamburger Kunstbetrieb verbundenes Leben entfalten.
Allerdings brachen mit dem Herannahen des Jahres 1933 für die Schlaraffia dunkle Zeiten an – wir sprechen von: "uhufinsteren" Zeiten. In diesem Jahre nämlich erging eine Einladung (zu einer Zusammenkunft in Leipzig) an alle "reichsdeutschen Schlaraffenreyche und Colonien, so auch an das Reych Hammonia, die folgendermaßen beginnt:
Vielliebes hohes Reych! Die Bewegung, die alle reichsdeutschen Reyche und Colonien ergriffen hat, ist uns seit langen Tagen durch eine übergroße Zahl von Sendboten (Brief) zum Ausdruck gebracht worden, die in Formen schlaraffischen Emfindens und kundt taten, wie im tiefsten aufgerüttelt durch die profanen Weltgeschehnisse jeder einzelne Schlaraffe ist.
Die hohe Allmutter (das Reych Praga) hat die Erklärung abgegeben, daß es den reichsdeutschen Schlaraffenreychen überlassen bleiben müsse, den richtigen Weg zu suchen, um das zu tun, was die Gegenwart erheischt. Eine Anzahl von Reychen hat von sich aus weitgehende Schritte unternommen, um zu einer Lösung aller Schwierigkeiten zu gelangen... usw.
Die Schwierigkeiten, an die hier zu denken war, lassen sich pauschal unter dem Begriff der nationalsozialistischen Gleichschaltung zusammenfassen. Mancherorts versuchte man sich mehr oder weniger begeistert dem Zeitgeist anzupassen. Welchen Weg man für Hammonia zu wählen gedachte, brachte, der Hamburger Abgesandte (Rt. Störtebeker) bei der Zusammenkunft in Leipzig zum Ausdruck. Er führte unter anderem aus:
"... Ich bin jetzt veranlaßt, [...] noch kurz zur Sache Stellung zu nehmen, nicht um die Debatte zu verlängern, sondern, weil ich als Vertreter eines Reyches, das mit zu denen gehört, die 15 Juden haben und fünf Judenstämmlinge, also 20 Juden bei etwa 140 Sassen, festzustellen habe: daß es mit unsere Besten sind, die wir zu dieser Kategorie zählen, die 30 Jahre und mehr bei uns Sassen sind, die anständigsten Menschen, die nur je für Schlaraffia gelebt, gestrebt und gehandelt haben, und gerade unsere jüdischen Schlaraffenbrüder haben einstimmig aus sich heraus den Wunsch geäußert: Wir wollen nicht, daß Allschlaraffia und auch nicht, daß die Sassen der Hammonia irgendein Opfer bringen für uns. Wir tun es nicht, und wir geben es Euch vollkommen anheim, das zu tun, was Ihr für richtig haltet. Und so haben wir am 10. des Ostermondes (April) Generalvollmacht bekommen, das zu tun, was wir für richtig halten, und aus vermögensrechtlichen Gründen haben wir [unseren Beschluß gefaßt] – wir sind glücklicherweise noch eines der Reyche, die über ein sehr erhebliches Vermögen verfügen, und das stammt wohl in erster Linie aus der schlaraffischen Gesinnung und Stiftung unserer jüdischen Sassen, ich nenne da einen, der so erhebliche Stiftungen gemacht hat, daß er noch einen Fonds von etwa 20.000 Mark zur Deckung für bedürftige Schlaraffen zur Verfügung stellt. Es ist ein verdienter Schlaraffe wie alle anderen, die bei uns von dieser Abstammung sind, und sie haben gesagt: Wir wollen nicht, daß Ihr Opfer bringt, wir geben Euch Vollmacht, und diese Vollmacht haben wir ausgenützt, indem wir zur Auflösung geschritten sind, weil die Aufteilung des Vermögens gewisser Vorschriften bedarf, und durch diese Auflösung ist es allen jüdischen Sassen erspart, auszutreten oder den Austritt entgegenzunehmen und dieses aufopfernde Beispiel ist gewiß auch bei anderen vorhanden, so daß wir gar nicht erst in die Lage kommen, uns darüber auszulassen..." Soweit der weiland Ritter Störtebeker 1933 in Leipzig.
Den Weg der Hammonias sind seinerzeit längst nicht alle reichsdeutschen Reyche und Coloneyen gegangen. Vielmehr wurde zum Teil versucht, die Schlaraffia unter recht problematischen Zugeständnissen an den damaligen Zeitgeist durchzubringen, bis sie schließlich durch eine Dekret Heydrichs gänzlich verboten wurde. Während der nun folgenden "uhufinsteren Zeit" nahmen es die schweizerischen Reyche auf sich, Schlaraffia allen Widrigkeiten zum Trotz für den deutschsprachigen Raum zu erhalten.
Nach dem Kriege konnte der Ritter Störtebeker, eben jener, dessen bewegende Worte auf der Leipziger Zusammenkunft ich oben verlesen habe, nach zähen Verhandlungen (mit den Besatzungsmächten) noch im November 1945 fünfunddreißig erwartungsfrohen Rittern vermelden, daß der Hammonia als erstem Reych im Nachkriegsdeutschland die Erlaubnis zur Wiedereröffnung erteilt worden sei. Die Eröffnungsfeier wurde mit 112 Teilnehmern am 4. 3. 1946 zelebriert.
Seither hat das Reych Hammonia eine äußerst wechselvolle, insgesamt ungemein lebendige und an Facetten reiche Geschichte durchlaufen. Zur Zeit gibt es im Großraum Hamburg etwa zwischen 150 und 200 Schlaraffen, die auf drei Reyche verteilt sind: eines in Pinneberg mit dem schönen Namen: "Ante Portas Mundi", eines in Reinbek / Bergedorf, "Im Sachsenwald" geheißen und zu guter letzt die Hammonia. Ihre "Burg" befindet sich im Souterrain des Logenhauses an der Moorweide. In dem Zusammenhang sei mir der Hinweis erlaubt, daß Schlaraffia keine Loge ist. Das einzige, was uns in freundschaftlichem Eivernehmen mit der Loge verbindet, ist ein von Seiten der Loge sehr generös zu unseren Gunsten gestalteter Mietvertrag.
Dort an der Moorweide treffen sich die Hamburger Schlaraffen in der Zeit von Anfang Oktober bis Ende April einmal wöchentlich – wie weltweit etwa 1200 Schlaraffen – die Hammonia montags, und es wird wie einst in der Praga gesippt. Das heißt: es läuft, nachdem die Sassen sich ihrer profanen Schlacken durch Verneigung vor dem Uhu (der jede Schlaraffenburg ziert) entledigt und "gerüstet" haben eine Art höfischen Zeremoniells ab, dessen Höhepunkt zweifellos stets die umjubelte Begrüßung aus anderen Reychen herbeigerittener Schlaraffen darstellt. Schon dieser erste Teil einer Sippung kann, obwohl er nach festen Regeln abläuft, zum turbulenten Spiel geraten. Es obliegt von drei durch Wahl zu Oberschlaraffen bestimmten Sassen dem jeweils fungierenden Spielleiter, darüber zu wachen, daß die Geschichte nicht in Allotria umschlägt. Die Gefahr besteht fast immer.
Sind solchermaßen die Formalitäten abgearbeitet, ist der Sassenschaft in der Regel eine "Schmus- und Atzungspause" gegönnt: man kann sich durch einen Imbiß stärken und mit seinen Freunden klönen, bzw. für den zweiten Teil irgendwelche Pläne schmieden, in dem nun orientiert an einem Thema oder improvisiert das eigentliche Spiel abläuft. Dafür sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt: es wird musiziert, eigene Texte oder die Anderer, gereimt oder in Prosa, passend und nicht, vorgetragen. Es wird mit Einfallsreichtum, Witz und Schlagfertigkeit fabuliert und disputiert; alles darf passieren, nur die eingangs genannten Grundsätze dürfen nicht verletzt werden. Irgendwann, meist zu vorgerückter Stunde wird der Abend mit Gesang beschlossen.
Besondere Höhepunkte sind neben den regulären Treffen alle möglichen Festivitäten, an denen zu besonderen Anlässen auch die "Burgfrauen" geladen sind. Ein Markenzeichen der Hammonia ist, wenn ich das einmal so profan bezeichnen darf, das Fest der Blauen Blume, ein hochkarätiger schlaraffischer Wettbewerb, der ca. alle fünf Jahre gehalten wird. Insgesamt bietet das schlaraffische Spiel, die Möglichkeit, sich in einer Art von gesellschaftlichen Gesamtkunstwerk für die eigenen Bedürfnisse nach einer gewissen Harmonie, nach Inspiration, Liebhaberei und kultivierter Lebensfreude eine Bühne, eine Spielwiese oder sogar eine kleine, gewiß fiktive, aber im Kontrast zu unserer Alltagswelt zauberhafte Gegenwelt zu schaffen.