Ritter FantasiJus (190)

Das Turney um die "Lügenkette der Hannovera" mit dem Thema "Frösche sind Pelztiere..." gewann Ritter FantasiJus (damals noch Kn 235) des Schlaraffenreyches Hildesia (190) mit nachstehender Beweisführung, die er durch Fotos stützte. Ausgezeichnet wurde der Turneysieger mit einem Anrechtsschein auf den Titul "Flunkermeister".

Schlaraffen hört,

Frösche sind Pelztiere. Nein, das ist eine Lüge.
Frösche waren Pelztiere - ja das stimmt, zumindest bis zum 15. Oktober 1813, als der letzte Pelzfrosch bei Connewitz von einem Lützowschen Jäger erlegt wurde.

Seit diesem denkwürdigen Tage - historisch Interessierte wissen, dass hier die Völkerschlacht bei Leipzig tobte - teilt der Pelzfrosch das Schicksal des Riesenalks oder des Korsettfisches, der mit der Erfindung des BHs von der Bildfläche verschwunden ist.

Erst seit dieser Zeit müssen die Frösche mangels warmen Kleides zu den wechselwarmen Tieren gezählt werden.

Bis dahin aber war der pelzige Frosch nicht nur eine erlesene Jagdtrophäe, sondern auch selbst ein gefährlicher und erfolgreicher Jäger.

Bereits in der Steinzeit war der Pelzfrosch eine begehrte Jagdbeute.
Sein dichtes Fell wärmte den Urzeitkrieger, sein stark proteinhaltiges Muskelfleisch versorgte die Sippe mit Energie.
Erst vor wenigen Wochen in Bulgarien (Bild unten rechts) entdeckte Höhlenzeichnungen, die ich hier erstmals öffentlich präsentieren kann, zeigen Jagdszenen auf das Riesentier, machen aber auch seine besondere Gefährlichkeit für den Urmenschen deutlich. Das ohrenbetäubende Kampfquaken, die schier unendliche Kraft und der maßlose Appetit des Pelzfrosches vernichtete mehr als eine Sippe unserer steinzeitlichen Vorfahren.

Neueste Knochenfunde bei Mettmann haben sogar bewiesen, dass letztendlich der Pelzfrosch als Konkurrent um fleischliche Beute, aber auch als unmittelbarer Fressfeind und nicht wie bisher vermutet der weiter entwickelte Homo Sapiens, die Ursache für das fast spurlose Verschwinden der Neandertaler war.

Aufgrund klimatischer Veränderungen wurden in den folgenden Jahrtausenden die Bestände des Pelzfrosches immer geringer, die Jagd auf ihn aber auch immer gefährlicher und gewinnbringender.

Im Mittelalter war insbesondere das weiße Winterfell des Pelzfrosches eine begehrte Handelsware.
Den Wikingern diente es sogar als Währung im internationalen Handel.
Aus dieser Zeit stammt noch der Ausdruck Kröte - eigentlich Krötafella - für eine Währungseinheit.
Dabei entsprach eine Kröte - ein Froschfell von 1 Quadratzentimeter Fläche - etwa dem Gegenwert eines Kilogrammes Silber oder von 5 Frauen.

Das Tragen eines weißen Pelzfroschfelles war nur den höchsten kirchlichen und weltlichen Würdenträgern vorbehalten. Der Papst, Bischöfe, Kaiser und Könige trugen Besätze aus Froschfell.
Noch heute unterstreicht das Froscholorum der Oberschlaraffen ihre weit herausgehobene Stellung im Reich.

Das Raubtier Pelzfrosch war noch bis in die Neuzeit in ländlichen Regionen Deutschlands bekannt und gefürchtet. Mit der Drohung „sonst holt dich der Pelzfrosch“ konnten noch im 18. Jahrhundert renitente Kinder zur Raison gebracht werden.

Selbstverständlich ist der Pelzfrosch auch in die Literatur eingegangen. Allerdings kennen nur noch Literaturwissenschaftler und Sammler bibliophiler Kostbarkeiten das Märchen vom „Frosch und den sieben Geißlein“ oder von „Rotkäppchen und dem Frosch“.

Mit dem Tode des letzten Exemplares des Pelzfrosches mussten nämlich die Gebrüder Grimm ihre Hausmärchen - Erstausgabe Dezember 1812 - umschreiben. Mangels Alternativen, größere Raubtiere waren schon seit Langem ausgerottet, ersetzten sie kurzerhand den Pelzfrosch durch den harmlosen Wolf.
Dies hat nicht unbedingt dazu beigetragen, die Glaubwürdigkeit von Märchen zu steigern, ja es hat sogar dazu geführt, dass Märchen, eigentlich für Erwachsene geschrieben, nunmehr ihr Dasein als kindliche Bettlektüre fristen müssen.
Zu offensichtlich ist aber auch, dass ein Wolf mit seinem Fang niemals in der Lage sein könnte, das Rotkäppchen, die Großmutter oder auch nur eines der 7 Geißlein zu verschlingen, ohne ihnen ein Haar zu krümmen.

Das werden nicht zuletzt die Mitglieder der dentalen Fraktion ohne Weiteres bestätigen können.
Möglich ist das das Verschlingen nur, wenn das Raubtier - wie nur der Pelzfrosch - eben über keine Zähne verfügt, sondern seine Beute mit seinem riesigen Maul als Ganzes verschlingen kann.
Ich darf das am Modell verdeutlichen (Bild unten links)

Auch nur so wird erklärlich, dass das kurzsichtige Rotkäppchen die Großmutter nicht erkannte.
Zwischen Großmüttern und Pelzfröschen, insbesondere wenn sie Damenoberbekleidung tragen, besteht akute Verwechslungsgefahr.

Die Anpassung der literarischen Vorlage hat leider auch erhebliche Auswirkungen auf das Leben der Wölfe gehabt.
Seit dieser Zeit gelten sie als die Bösewichter der Tierwelt und werden erbarmungslos gejagt.
Dabei ist der Wolf unschuldig, wie es aus diesen eindringlichen Versen deutlich wird:

Der Wolf der is se sehr ergrimmt,
weil man ihm nun sein Leben nimmt.
Er ruft: „Es war der Frosch, der riss das Schaf,
ich aber war im Walde brav“.
Der Jäger hört das Rufen nicht,
des Wolfes Lebensatem bricht.

Zum Schluss noch ein Gebet des Gürteltieres, welches wie das Schuppentier stark bedroht ist.

„Lieber Lagerfeld, höre mein Flehen,
mein Leben soll noch nicht vergehen,
so ändere die Mode, wenn du kannst,
bind‘ den Menschen Hosenträger statt Gürtel um den Wanst“.

Lulu

Verletzungsfrei ist das Fressen z.B. von Rotkäppchen, Großmutter oder 7 Geißlein nur, weil der Pelzfrosch über keine Zähne verfügt, sondern seine Beute mit seinem riesigen Maul als Ganzes verschlingen kann. In Bulgarien entdeckte Höhlenzeichnungen zeigen Jagdszenen auf das Riesentier, machen aber auch seine besondere Gefährlichkeit für den Urmenschen deutlich.