Vorlauf

Aus schlauem Buche:
Schon in früher Zeit unterlag die Ausübung des Fehderechts gewissen Einschränkungen. So sollte gegen den, welcher sich beim König befand oder zu ihm ging oder von ihm kam, die Fehde ruhen (Königsfriede); auch konnte der König einem Einzelnen besonderen Königsfrieden erteilen.

Die Ausübung des Fehderechts wurde an bestimmte Formen gebunden. Der Fehde musste eine bestimmte Ankündigung, der Fehdebrief , vorhergehen; auch mussten gewisse Personen und Sachen geschont werden, namentlich Geistliche, Kindbetterinnen, Schwerkranke, Pilger, Kaufleute und Fuhrleute mit ihrer Habe, Ackerleute und Weingärtner außer ihrer Behausung und während ihrer Arbeit, sowie Kirchen und Kirchhöfe.

Fechsung des Jk Matthias der Cell-Erika (346)

Märchenhaft fabuliert am 14. im Windmond a.U. 148 in der Hannovera

Des Junkermeisters neue Kleider

Es war einmal ein Junkermeister in der Hannovera, der hieß Rt Feuerfescht, der hübsche neue Kleider so über die Maßen liebte, dass er all seinen Mammon dafür ausgab. Er machte sich auch nichts aus seinen Junkern und Knappen, machte sich nur etwas aus Theater oder Spazierfahrten im Uhuversum, weil er dann seine neuen Kleider zeigen konnte. Er hatte für jede Stunde des Tages einen Rittermantel.

In der großen Stadt, in der er wohnte, kamen täglich viele Fremde, eines Tages kamen zwei Junker aus dem hohen Reich Cell-Erika und gaben sich als Weber aus und sagten, sie verstünden den schönsten Stoff zu weben, den man sich denken konnte. Die Farben und das Muster wären außerordentlich schön und der Stoff hätte die Eigenschaft, dass er für jeden Sassen aus der Hannovera unsichtbar blieb, der nicht für sein Amt tauge oder auch ungebührlich dumm sei. Das müssen ja wunderbare Kleider sein, dachte Rt Feuerfescht, wenn ich die anhabe, könnte ich ja dahinter kommen, welche Junker und Knappen an meiner Junkertafel nichts taugen. Dieser Stoff muss sofort für mich gewebt werden.

Er gab den beiden Junkern aus der Cell-Erika viel Mammon, damit sie mit ihrer Arbeit beginnen sollten. Diese stellten auch zwei Webstühle auf und taten, als ob sie arbeiteten, aber sie hatten nicht das Geringste auf dem Webstuhl. Sie steckten den Mammon ein und arbeiteten an den leeren Webstühlen obendrein noch tief bis in die Nacht hinein. Nun möchte ich doch wirklich wissen, wie weit sie mit meinem Rittermantel sind, dachte sich Rt Feuerfescht und ihm wurde ein bisschen wunderlich ums Herz, als er daran dachte, dass derjenige, der dumm war, den Stoff nicht sehen konnte.

Ich schicke meinen erfahrendsten Junker zu den Webern, dachte Rt Feuerfescht. So machte sich der Junker Dieter-Egon auf in den Saal, wo die beiden Junker der Cell-Erika saßen und an den leeren Webstühlen arbeiteten. Gott im Himmel, dachte der Junker Dieter-Egon und sperrte die Augen auf. Ich kann ja gar nichts sehen! Aber das sagte er natürlich nicht, weil er nicht als dummer Junker gelten wollte. Er blickte durch seine Brille und sagte: Oh, es ist wunderhübsch, ganz allerliebst. Dieses Muster und die prächtigen Farben. Ja, ich werde dem Gestrengen sagen, dass es mir ganz besonders gefällt. Nun, das freut uns, sagten die beiden Junker aus der Cell-Erika. Allerdings forderten diese noch etwas Mammon, um mehr Seide und Gold zum Weben zu kaufen.

Rt Feuerfescht schickte bald wieder einen Sassen seiner Junkertafel hin, diesmal den Knappen 441, der sich ansehen sollte, ob der Rittermantel bald fertig wäre. Es erging ihm aber genauso, wie dem Junker Dieter-Egon, er guckte und guckte, da aber nichts da war, außer den leeren Webstühlen, konnte er nichts sehen. Da er sich aber nichts anmerken lassen wollte, lobte der Knappe 441 den Stoff, den er nicht sah und lobte die schönen Farben und das wundervolle Muster. Ja, es ist ganz allerliebst, sagte er zum Rt Feuerfescht.

Alle Sassen der Hannovera redeten von dem prachtvollen Stoff. Nun wollte ihn der Junkermeister selber sehen, während er noch auf dem Webstuhl war. Mit seiner ganzen Schar der Junkertafel, unter ihnen auch der Junker Dieter-Egon und der Knappe 441 ging er zu den zwei Junkern der Cell-Erika und den leeren Webstühlen. Was ist das?, dachte Rt Feuerfescht, ich sehe nichts. Das ist ja furchtbar. Tauge ich nicht dazu Junkermeister zu sein? Das wäre das Schrecklichste, was mir zustoßen könnte.
Oh, es ist sehr hübsch, sagte Rt Feuerfescht, es findet meinen allerhöchsten Beifall und er nickte befriedigt und betrachtete die leeren Webstühle. Die ganze Junkertafel der Hannovera guckte und guckte, es kam aber nicht mehr heraus, als bei allen anderen und sie sagten ebenso wie der Gestrenge: Oh, es ist wunderschön und die rieten ihm, den neuen Rittermantel zur nächsten Sippung anzuziehen.

Als es dann soweit war, kleideten die zwei Junker der Cell-Erika den Rt. Feuerfescht ein. Der Rittermantel ist so leicht wie Spinnweben. Man sollte meinen, man habe nichts am Leib, aber das ist gerade das Gute daran. Der Junkermeister betrachtete sich im Spiegel und alle sagten, wie wunderbar der neue Rittermantel sitzt.

Und dann ging Rt. Feuerfescht zur Sippung. Die eingerittenen Sassen fingen an zu tuscheln: Seht den Rt. Feuerfescht, der hat ja gar nichts an.
Und plötzlich rief das ganze Reich: Er hat ja nichts an.
Und den Junkermeister schauderte es, denn er fand: sie hatten alle recht.

Die beiden Junker aus der Cell-Erika hingegen finanzierten mit dem Mammon ihre Junkertafelfehde mit der Hannovera, die die Cell-Erika haushoch gewann.
Und wenn sie nicht gen Ahall geritten sind, dann leben sie noch heute.

Jk Matthias (346) jetzt Rt Salarius

Anmerkung des webmasters (20): Köstlich!